{"id":1137,"date":"2024-07-06T19:31:08","date_gmt":"2024-07-06T17:31:08","guid":{"rendered":"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/?p=1137"},"modified":"2026-01-19T18:42:52","modified_gmt":"2026-01-19T17:42:52","slug":"owl-kulturkonferenz-2024-zwischen-machbar-und-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/owl-kulturkonferenz-2024-zwischen-machbar-und-machen\/","title":{"rendered":"Zwischen Machbar und Machen: OWL Kulturkonferenz 2024"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"889\" height=\"667\" src=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Keynote-OWL-Kulturkonferenz.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1178\" srcset=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Keynote-OWL-Kulturkonferenz.jpeg 889w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Keynote-OWL-Kulturkonferenz-300x225.jpeg 300w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Keynote-OWL-Kulturkonferenz-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 889px) 100vw, 889px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Keynote zum Konferenz-Thema <\/strong>&#8222;<strong>Machbar&#8220; | 10. Juni 2024 | Marta Herford | OWL Kulturb\u00fcro<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>&#8222;Unsere Gegenwart braucht Mut und Lust auf Machen&#8220;, so das OWL Kulturb\u00fcro in ihrer Ank\u00fcndigung zur <a href=\"https:\/\/www.ostwestfalenlippe.de\/owl-gmbh\/owl-kulturbuero\/owl-kulturkonferenz\/17-owl-kulturkonferenz\/\">17. OWL Kulturkonferenz<\/a> im <a href=\"https:\/\/marta-herford.de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/marta-herford.de\">Marta Herford<\/a>. Nachdem letztes Jahr das Thema &#8222;Denkbar&#8220; den Rahmen setzte, wurde 2024 &#8222;Machbar&#8220; als Konferenzthema gew\u00e4hlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Als ich angefragt wurde, die Keynote zu halten, war mein erster Gedanke zum Konferenzthema &#8222;wenn etwas machbar ist, hei\u00dft es noch lange nicht, dass man es tats\u00e4chlich macht&#8220;. Ich ging durch meine bisherigen Erfahrungen und stellte mir die Frage: Was passiert zwischen <em>Machbar<\/em> and <em>Machen<\/em>?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zwischen Machbar und Machen<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor knapp 10 Jahren bekam ich ein Notizbuch geschenkt. Drauf stand &#8222;Goldideen&#8220; und ich nahm den Titel sehr ernst: Jahrelang sammelte ich darin unz\u00e4hlige Ideen. Ich dachte immer, dass ich die Ideen sammelte f\u00fcr den Zeitpunkt, an dem ich genug Zeit, Energie, F\u00e4higkeiten, Kontakte und Wissen h\u00e4tte. W\u00e4hrend ich wartete, staunte ich \u00fcber Menschen in meinem Umfeld, die ihre Ideen &#8222;einfach&#8220; umsetzten. Ich studierte diese Menschen, erkundete kreative Orte, an denen die Umsetzung leichter zu fallen schien, arbeitete in Programmen, die bei der Ideenumsetzung begleiteten. Ich hielt mich in vielen Umgebungen auf, in denen Neues entstand: Unternehmen, Technologien, Produkte, Kunst, Veranstaltungen, Gemeinschaften, R\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, einige Jahre sp\u00e4ter nach meiner Goldideen-Sammelphase, kann ich sagen: Ich bin Macherin. Durch selbst-initiierte Projekte habe ich in den letzten Jahren die Rolle der Macherin eingenommen. Doch ich schaue auf das Thema auch aus der Perspektive der M\u00f6glichmacherin: Denn durch Studium und Forschung im Bereich Kreativwirtschaft und meiner langj\u00e4hrigen Besch\u00e4ftigung im Bereich der Startup-F\u00f6rderung, habe ich viele Menschen auf dem Weg der Ideenumsetzung begleitet. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich stellte mir pers\u00f6nlich und beruflich die Frage: Was brauchen Menschen, um ihre Ideen umzusetzen? W\u00e4hrend ich jedoch diese Frage stellte, kam eine weitere, tiefer liegende Frage in meinen Fokus: Was h\u00e4lt Menschen davon ab, ins Machen zu kommen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele wissenschaftliche Abhandlungen zu diesen Fragen. Ich beschr\u00e4nke mich in diesem Blog-Artikel jedoch auf meine pers\u00f6nliche Erfahrungen, benenne die Ph\u00e4nomene und erl\u00e4utere meine L\u00f6sungsans\u00e4tze. Aus meinen unterschiedlichen Projekten habe ich mich entschieden, den XO TALK vorzustellen, der schon in der Vorbereitung viele H\u00f6hen und Tiefen hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus vielen Gespr\u00e4chen mit Gleichgesinnten wei\u00df ich, dass ich stellvertretend f\u00fcr viele Menschen stehe, die etwas Neues starten (wollen). Was hat mich also abgehalten und wie habe ich es geschafft, eine Idee umzusetzen?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Willkommen zur\u00fcck in der Heimatstadt?<\/h2>\n\n\n\n<p>2015 kehrte ich zur\u00fcck in meine Heimatstadt Paderborn. Sieben Jahren lang hatte ich in unterschiedlichen Metropolregionen und L\u00e4ndern studiert, geforscht, gelebt, gearbeitet. Mit meinem Forschungsthema zum kreativen Potential von St\u00e4dten, Regionen, L\u00e4ndern sowie der F\u00f6rderung von Kreativwirtschaft, spannte ich den Bogen nach Paderborn. Das Fazit der Forschungsarbeit waren Handlungsempfehlungen, von denen ich mir einer selbst annahm: Ich fand heraus, dass in Paderborn viel kreatives Potential schlummerte und ebenso viele Menschen in Paderborn motiviert waren, dieses Potential zu f\u00f6rdern, sich die Menschen jedoch weder kannten noch gegenseitig verstanden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Kreativwirtschaft-jenseits-der-Metropole-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1147\" srcset=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Kreativwirtschaft-jenseits-der-Metropole-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Kreativwirtschaft-jenseits-der-Metropole-300x225.jpeg 300w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Kreativwirtschaft-jenseits-der-Metropole-768x576.jpeg 768w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Kreativwirtschaft-jenseits-der-Metropole.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Aus diesem wahrgenommenen Bedarf entstand die Idee einer Plattformveranstaltung in neutralem, kreativen Setup. Der <a href=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/xo-talk-hintergrund\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1054\">XO TALK<\/a> fand seinen Anfang: X &#8211; es kreuzen sich die Perspektiven und O &#8211; in einer gemeinsamen Runde. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen findest du im Portfolio unter <a href=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/xo-talk-hintergrund\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1054\">XO TALK:<\/a> Entstehung, Format und Impact, <a href=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/xo-talk-1-asta-stadtcampus\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1031\">XO TALK #1<\/a>: AStA Stadtcampus, <a href=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/xo-talk-2-schabsky-olk\/\" data-type=\"post\" data-id=\"989\">XO TALK #2<\/a>: Schabsky &amp; Olk, <a href=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/en\/xo-talk-rathaus-paderborn\/\" data-type=\"post\" data-id=\"900\">XO TALK #3<\/a>: Rathaus Paderborn. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu den insgesamt f\u00fcnf diskussionsreichen Events, 650 Teilnehmer*innen, 4000 live Views (XO TALK 3) und zu den vielen Folgeprojekten w\u00e4re es beinahe nicht gekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Warum?<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von unsichtbaren Hindernissen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich bin sehr dankbar f\u00fcr die vielen Erfahrungen, die ich in den Jahren vor meiner R\u00fcckkehr nach Paderborn machen durfte. Seien es Musik-Festivals in Mannheim, europ\u00e4ische Kreativwirtschaftskonferenzen und Gro\u00dfevents wie die UNESCO Kulturhauptstadt Europas 2010, DIY-Kulturaktivistische Projekte im Ruhrgebiet, Creative Spaces oder Crowdfunding-Events in Amsterdam. So inspirierend ich diese Erlebnisse fand, so l\u00e4hmend wirkten sie sich vor der Initiierung des XO TALK aus. Ich stand innerlichen vor Steilh\u00e4ngen und emotionalen Vollsperrungen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"575\" src=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-1024x575.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1168\" srcset=\"https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-1024x575.png 1024w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-300x169.png 300w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-768x432.png 768w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-1536x863.png 1536w, https:\/\/lea-hansjuergen.com\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Creative-Experience-1-2048x1151.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>1) Gedankenkarussell <\/strong>(auch: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paralyse_durch_Analyse\">Analysis Paralysis<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich zur\u00fcck nach Paderborn kam, wollte ich an dem professionellen und qualitativen Level des Erlebten ankn\u00fcpfen. Ich durchdachte Ideen bis ins letzte Detail und fand <em>theoretisch<\/em> Antworten auf alle der folgenden Fragen: Wie? Mit wem? Wo? Was genau? Wie sieht es aus? Wer macht was? Wie k\u00f6nnte es danach weiter gehen? Wer finanziert das Vorhaben? <\/p>\n\n\n\n<p>Bis dahin war ich jedoch noch keinen Meter gegangen. Innerlich hing ich fest im Gedankenkarussell, auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paralyse_durch_Analyse\">Analysis Paralysis<\/a> genannt. Ich war ersch\u00f6pft von der Analyse und gel\u00e4hmt einen ersten &#8222;echten&#8220; Schritt zu tun. <\/p>\n\n\n\n<p>Um aus diesem Loop heraus zu kommen, begann ich die Idee mit Menschen zu teilen. Das hatte zum einen den Effekt, dass Menschen mitdachten und mich auf Kooperationen, Ressourcen oder Umsetzungsideen brachten, die ich bis dahin nicht auf dem Schirm hatte. Und zum anderen entstand ein gewisser Zugzwang in mir &#8211; das Qu\u00e4ntchen sozialer Druck &#8211; nicht nur leere Worte zu reden. Aus den Gespr\u00e4chen ergab sich die n\u00e4chste Bew\u00e4ltigungsstrategie der Analysis Paralysis: Mitstreiter*innen finden. Gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/juliaures.de\">Julia Ures<\/a> konzipierte ich das Dialogevent und fand Kooperationspartner*innen auf Seiten der Stadt (Kulturamt, Wirtschaftsf\u00f6rderung). Zudem entwickelte ich gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.patrik-huebner.com\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.patrik-huebner.com\">Patrik H\u00fcbner<\/a> den Namen, die visuelle Identit\u00e4t und das thematische Konzept. Die dritte L\u00f6sungsstrategie, um aus dem Gedankenkarussell herauszukommen, war das Festlegen eines Termins. Nun musste gehandelt werden!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2) Hochstaplertum <\/strong>(auch: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochstapler-Syndrom\">Impostor-Ph\u00e4nomen<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Das Heimkehren und Mitgestalten-Wollen hatte gleichzeitig einen weiteren Effekt. Sieben Jahre hatte ich nicht in Paderborn gelebt, indes gab es viele Menschen, die Paderborn in der Zeit ehrenamtlich, hauptamtlich und selbstst\u00e4ndig (mit)gestaltet hatten. Menschen, die die Stadt vermeintlich viel besser kannten, als ich. Es schlossen sich Zweifel an: &#8222;Wer bin ich, dass ich es besser w\u00fcsste? Meine Erkenntnisse sind nichts Neues&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zweite innere Hindernis, das ich daher beim Namen nennen m\u00f6chte, ist das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochstapler-Syndrom\">Impostor-Ph\u00e4nomen<\/a> (Side Note: Ich nenne es bewusst nicht mehr &#8222;Impostor-Syndrom&#8220;, da es sich keineswegs um eine klinischen Diagnose handelt, sondern vielmehr um ein erlerntes Verhalten als Ergebnis struktureller Ungleichheit, so auch <a href=\"https:\/\/www.inc.com\/alyssa-khan\/girls-who-code-founder-reshma-saujani-breaks-down-the-biggest-myth-about-imposter-syndrome.html\"><em>Girls Who Code<\/em>-Gr\u00fcnderin Reshma Saujani<\/a>). Ich hatte in dem Moment die gro\u00dfe Angst anma\u00dfend zu sein gegen\u00fcber den zahlreichen aktiven Menschen und bewertete meine Expertise somit als untergeordnet. Meine \u00dcberzeugung war es, dass die st\u00e4dtischen Verantwortlichen den von mir ausgemachten Bedarf selbst erkennen w\u00fcrden und eine bessere L\u00f6sung entwickeln k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine drei L\u00f6sungswege, durch die der XO TALK wider meines geglaubten Hochstablertums m\u00f6glich wurde, waren wie so oft: Gespr\u00e4che. Ich sprach mit meiner Familie, mit Freund*innen und Mentor*innen \u00fcber meine Rolle. Dabei halfen mir insbesondere die Reflexionsfragen: Kann der vermeintliche Nachteil ein Vorteil sein? Auf welche Erfolge, Erfahrungen, Qualifikationen kann ich bauen? Dass es tats\u00e4chlich ein Vorteil war, aus r\u00e4umlicher und zeitlicher Distanz, mit studiertem und erprobtem Blick auf die Stadt zu schauen, fand ich durch Gespr\u00e4che mit der Zielgruppe heraus. Sie best\u00e4tigten mir die Notwendigkeit meiner Idee.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von fehlenden Skills &amp; Ressourcen<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den inneren Hindernissen stand ich vor einer Herausforderungen, die &#8222;man im Studium nicht lernt&#8220;. Zwischen Machbar und Machen lauerten H\u00fcrden, die meine F\u00e4higkeiten in dem Moment \u00fcberstiegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3) Sprache, Worte, Argumente<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie erkl\u00e4re ich eine Idee, die es bis dahin noch nicht gab, unterschiedlichen M\u00f6glichmacher*innen? Mit welchen Argumenten finde ich Mitstreiter*innen und Supporter? Wie finde ich den Zugang zu Menschen in Verwaltungsgeb\u00e4uden oder B\u00fcrokomplexen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erkundete so viel wie m\u00f6glich die Lebensrealit\u00e4ten und Aufgaben meines potentiellen Gegen\u00fcbers. Ich fand heraus, wie Arbeitskultur und Prozesse der F\u00f6rderer ablaufen. Dabei war es ein wichtiger Schritt, bei bereits &#8222;warmen Kontakten&#8220; um Hilfe zu bitten: Eine Vorstellung oder Empfehlung kann aus dem richtigen Mund direkt T\u00fcren \u00f6ffnen. So war es beim XO TALK und ich danke allen Mittelsm\u00e4nnern und -frauen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Argumentation legte ich mir gemeinsam mit meinen Mitstreiter*innen Worte und Beispiele zurecht. Ich war letztlich erstaunt, wie viel Wissen, Geschichten und Statistiken ich zu dem Thema mehr wusste, als mein Gegen\u00fcber. Wichtig bei der Argumentation war vor allem, mein Wissen durch Beispiele aus anderen St\u00e4dten zu verpacken. <\/p>\n\n\n\n<p>Um beim Einwerben von Unterst\u00fctzung meine Zweifel zu b\u00e4ndigen, rief ich mir immer wieder einen Perspektivwechsel ins Ged\u00e4chtnis: &#8218;Es stimmt, ich m\u00f6chte meine Idee umsetzen und dazu brauche von ihnen Support. Doch: ich biete den Verantwortlichen im Gegenzug etwas von Wert f\u00fcr die gesamte Stadt an&#8216;. Der Gedanke half mir dabei, meine Haltung zu bewahren und nicht lediglich als Bittstellerin aufzutreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4) Ressourcen und R\u00e4ume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie und woher kommen die Ressourcen und R\u00e4ume? Wen spreche ich an? Wo bekomme ich Infos? Welche Gegenleistung erwarten die F\u00f6rderer? Wie passend sind die R\u00e4umlichkeiten und Ressourcen? &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl alle Macher*innen stehen irgendwann vor der Herausforderung, geeignete R\u00e4ume f\u00fcr Projekte zu finden, finanzielle oder andere Ressourcen f\u00fcr die Idee auftreiben zu m\u00fcssen. So auch im Fall XO TALK. <\/p>\n\n\n\n<p>Die L\u00f6sung war in diesem Fall die aktive Vernetzung, das aktive Zugehen auf potentielle Unterst\u00fctzer*innen und Crowdsourcing \u00fcber pers\u00f6nliche Kan\u00e4le (Social Media, Freundeskreise, etc.). Auch wenn zu Beginn die Angst vor einem &#8222;Nein&#8220; bestand, \u00fcberkam mich sehr bald die Freude und der Spa\u00df daran, dass durch den Beitrag vieler Menschen, das Projekt noch schlagkr\u00e4ftiger wurde. So liehen wir uns 120 St\u00fchle von einer Kirchengemeinde, die mit einem Pferde-Anh\u00e4nger zur Location gebracht wurde. Wir fanden spannende Leerst\u00e4nde, wie z.B. das Haus Schabsky &amp; Olk, und bekamen Unterst\u00fctzung durch Fotografen, Thekenpersonal und Technikern. <\/p>\n\n\n\n<p>Der XO TALK wurde zu einer Erfolgsgeschichte in Paderborn und war Impulsgeber f\u00fcr Politik, Verwaltung, Kulturszene, Kreativwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was brauchen Macher*innen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir brauchen Mut, unfertige Ideen und Projekte mit anderen Menschen zu teilen. Mut, Raum einzunehmen, den Telefonh\u00f6rer in die Hand zu nehmen und unbekannten Menschen Fragen zu stellen. Wir brauchen Mut, Dinge zu tun, die wir vorher noch nie getan haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Um diesen Mut wahrscheinlicher zu machen, brauchen wir Gleichgesinnte, Netzwerke und Communities, die uns verstehen und bekr\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was brauchen M\u00f6glichmacher*innen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die blo\u00dfe Aufforderung von Politiker*innen und Verwaltungsfachkr\u00e4ften, dass kreative Menschen das Scheitern immer wieder wagen sollten, finde ich oft oberfl\u00e4chlich und anma\u00dfend. Denn ob ein potentielles Scheitern ein zweites, drittes, viertes Mal riskiert wird, hat vor allem damit zu tun, ob ein weiterer Versuch von den Macher*innen finanziell, organisatorisch und auch emotional gestemmt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte daher die M\u00f6glichmacher*innen einladen, sich ihrer verantwortungsvollen Rolle &#8222;zwischen Machbar und Machen&#8220; bewusst zu werden. Denn was hinter der Rolle als M\u00f6glichmacher*in steckt, ist der Mut, sich als Teil der Idee zu verstehen und das Risiko zu Scheitern mitzutragen: Ein Projekt vor Vorgesetzten oder Parteikolleg*innen verteidigen. Verst\u00e4ndnisvolle, l\u00f6sungsorientierte Gespr\u00e4che mit den Macher*innen. \u00d6ffentliches Wertsch\u00e4tzen der Macher*innen und die Sichtbarmachung ihrer Projekte. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keynote zum Konferenz-Thema &#8222;Machbar&#8220; | 10. 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